Familien in Stuttgart

Wie oft ändern sich auch zum aktuellen Jahresbeginn einige Gesetze und kommunalen Regelungen. Wir haben die zusammengestellt, die Familien in Stuttgart betreffen:

Wie vermutet, ist die Kindergelderhöhung mit zwei Euro pro Kind wenig spektakulär: ab dem 1. Januar erhalten Familien für das erste und zweite Kind 190 Euro, für das dritte Kind 196 Euro. Ab dem vierten Kind beträgt das Kindergeld 221 Euro. Wichtig für alle: Der Elternteil, der das Kindergeld bezieht, muss ab dem 1. Januar 2016 der Familienkasse die jeweilige Steueridentifikationsnummer des Kindes/der Kinder und seine eigene Steueridentifikation schriftlich mitteilen, damit die Leistung ausbezahlt wird – also schnell erledigen!

Der Kinderfreibetrag wird ebenso zum 1. Januar um 96 Euro angehoben und liegt nun bei 4608 Euro. Der Freibetrag für Aufwendungen zur Betreuung/Erziehung und Ausbildung liegt bei 2640 Euro. Das Finanzamt prüft, welche Variante für die Eltern günstiger ist (Kindergeld oder Kinderfreibeträge).

Eltern, die mit ihrem Einkommen nur ihren eigenen Bedarf abdecken können, können bei der Familienkasse einen Antrag auf Kinderzuschlag stellen. Eine Erhöhung von 20 Euro pro Kind greift ab dem 1. Juli 2016, dann liegt der monatlich ausbezahlte Kinderzuschlag bei 160 Euro pro Kind.

Alleinerziehende mit einem Kind haben rückwirkend zum 1. Januar 2015 eine Erhöhung des steuerlichen Entlastungsbetrags auf 1908 Euro erhalten, 2016 gewährt der Gesetzgeber ab dem zweiten Kind eine zusätzliche Entlastung von 240 Euro pro Kind. Kinder, die bei einem alleinerziehenden Elternteil leben, erhalten bis zu ihrem 12. Geburtstag über das Jugendamt einen Unterhaltsvorschuss, wenn der Unterhalt durch den Unterhaltspflichtigen ausfällt (diese Leistung wird maximal 6 Jahre bezahlt). 2016 wird dieser Betrag um einen Euro auf 145 Euro für

Kinder unter sechs Jahren, beziehungsweise für Kinder zwischen dem 6. und 12. Lebensjahr um zwei Euro auf 194 Euro monatlich erhöht.

Erstmals seit sieben Jahren wird das Wohngeld erhöht und an die Entwicklung der Mieten und Nebenkosten angepasst. Im Einzelfall kann dies eine beträchtliche Anhebung des Zuschusses bedeuten. Haushalte, die bislang knapp über der Bemessungsgrenze lagen und kein Wohngeld erhielten, können nun ebenfalls einen Zuschuss erhalten. Es lohnt sich vor allem für Familien, einen Antrag zu stellen!

Hartz IV- Empfänger: Die Regelsätze zum Arbeitslosengeld II steigen am 1. Januar 2016 zwischen drei und fünf Euro, je nach Altersgruppe. Alleinerziehende erhalten 404 Euro (fünf Euro mehr), Kinder bis 13 Jahre erhalten drei Euro mehr (bis sechs Jahre 237 Euro, von sechs bis dreizehn Jahre 270 Euro), Jugendliche von 14 bis 17 Jahre: 306 Euro (plus vier Euro).

Jugendliche/ Kinder ab fünfzehn Jahre, die eine Grundsicherung erhalten, werden eigenständige Mitglieder einer Kranken- und Pflegekasse. Für sie entfällt ab dem 1. Januar 2016 die Familienversicherung in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Kinder bis vierzehn Jahre, die ebenso Sozialgeld beziehen, sind weiterhin über die Familienversicherung ihrer Eltern mitversichert.

Die Bafög-Bedarfssätze für SchülerInnen, StudentInnen und MeisteranwärterInnen werden zum Wintersemester 2016 um sieben Prozent angehoben. Zusätzlich steigt der Wohngeldzuschlag von bisher 224 auf 250 Euro. Studierende, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, können ab Herbst 2016 bis zu 735 Euro Bafög pro Monat erhalten (bisher 670 Euro). Ebenfalls erhöhen sich die Einkommensfreibeträge der Eltern. Wer während des Studiums oder der Ausbildung Kinder bekommt, wird künftig für jedes Kind 130 Euro Zuschlag für die Betreuung erhalten.

Verschiedene Krankenkassen erheben je nach Finanzlage unterschiedliche Zusatzbeiträge, die von den versicherten Arbeitnehmern alleine bezahlt werden müssen. Wer zu kräftig zur Kasse gebeten wird, kann ein Sonderkündigungsrecht nutzen und sich eine billigere Kasse suchen. Das Webportal

www.krankenkasseninfo.de/krankenkassen/zusatzbeitrag-2016/

informiert über die Zusatzbeiträge aller Kassen.
Beitragsbemessungsgrenzen bei der Krankenversicherung: Die Einkommensgrenze für die gesetzliche Krankenversicherungspflicht steigt 2016 von 4.125 Euro auf 4.237,50 Euro. Wer mehr verdient, kann in eine private Krankenversicherung wechseln. Bei der Rentenversicherung steigt die Höchstgrenze im Westen auf 6.200 Euro, im Osten auf 5.400 Euro im Monat an. Für darüber hinaus gehende Gehälter müssen keine Beiträge entrichtet werden.

Bei der Rentenversicherung steigt die Höchstgrenze im Westen auf 6.200 Euro, im Osten auf 5.400 Euro im Monat. Für darüber hinaus gehende Gehälter müssen keine Beiträge entrichtet werden.

Die Post hat zum 1. Januar das Porto für die Zustellung eines Standardbriefes im um acht Cent auf 70 Cent erhöht, auch Einschreiben werden teurer.

Kinderbetreuung in Stuttgart: Ab dem 1. September wird der Stundensatz für die Betreuung je Kind um zehn Cent erhöht. Die Verpflegungspauschale steigt von 65 auf 70 Euro. Weiterhin zahlen Familien mit Bonuscard einen Euro pro Essen pro Kind. Ebenso unverändert bleibt der Kleinkindzuschlag in Höhe von 70 Euro bei Krippenkindern, beziehungsweise 40 Euro bei Vorlage der Familiencard der Landeshauptstadt.

Kulturelles: Der Ausweis für die Stadtbibliothek in Stuttgart kostet ab dem 1. Januar 20 Euro, Kinder und Jugendliche müssen weiterhin keine Nutzungsgebühr bezahlen. Bonuscardbesitzer erhalten eine Ermäßigung um 50 Prozent. Zu Beginn des neuen Schuljahrs 2016 wird die Stuttgarter Musikschule ihre Entgelte um durchschnittlich sechs Prozent erhöhen. Bis dahin gelten die bisherigen Gebührensätze. Die Bäderpreise bleiben stabil, allerdings wird die erhöhte Umsatzsteuer beim Saunabesuch auf die Eintrittspreise umgelegt, Erwachsene zahlen somit pro Saunabesuch 50 Cent, Kinder 30 Cent mehr.

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Zuletzt geändert am: 12. Januar 2016