Familien in Stuttgart

„Einen kleinen Garten pachten um Gemüse, Kräuter und Blumen anzubauen und zu ernten, das wäre es!“, dachte unlängst eine Familie mit zwei kleinen Kindern, die mitten in der Stuttgarter City wohnt und schon ging es los mit der Suche. Doch diese entpuppte sich als die nach der berühmten Stecknadel im Heuhaufen. Und leider bisher noch ohne Erfolg.

Die Stadt Stuttgart hat ungefähr 4500 Gartengrundstücke verpachtet, doch die Warteliste auf ein frei werdendes Pachtgrundstück ist lang (laut Homepage www.stuttgart.de). Aktuell liegen ca. 1600 Anfragen vor. Die durchschnittliche Wartezeit beträgt nicht weniger als acht Jahre. Also was tun, wenn kein Balkon vorhanden oder der Vorgarten zu klein ist und man seine Kreativität und Aktivität, seine Liebe zur Natur im Allgemeinen und zur Pflanzenwelt ausleben will?

Die bekannten Kleingartenanlagen in Stuttgart sind die nächste Möglichkeit, sein Interesse auf ein Pachtgrundstück anzumelden. Dass es beim Gärtnern in Kleinanlagen nicht nur um eine finanzielle und zeitintensive Verpflichtung sondern auch um regelmäßiges Engagement geht, zeigt der Kleingartenverein Kaltental e.V. (www.garten-kaltental.de) auf, dessen Fragen jeder Hobbygärtner in spe positiv beantworten sollte: „Habe ich Lust, im Garten zu arbeiten? Reicht meine Freizeit für die Anforderungen, die der Garten stellt? Werden mein Partner, meine Kinder gerne mitmachen? Bin ich bereit, aktiv am Vereinsleben teilzunehmen?“

Eine zweite Adresse ist der Kleingärtnerverein Raichberg e.V. (www.raichberg.org), dessen „Stückle“ oberhalb des Stuttgarter Ostens liegen. Auch hier werden immer wieder Gärten frei.

Dank des Internets konnten bei der Recherche noch weitere „Gartenfreunde“ mit Gartengrundstücken ausfindig gemacht werden. Als Beispiel für insgesamt 28 Vereine, die im Stuttgarter Stadtgebiet angesiedelt sind (siehe www.gartenfreunde-stuttgart.de), führen wir an dieser Stelle www.gartenfreunde-heslach.de auf, da nicht alle Gartenfreunde über eine eigene Homepage verfügen. Die Kosten für einen grünen Fleck variieren bei den Gartenfreunden. Zumeist wird neben dem Mitgliedbeitrag und der Pacht (je nach Größe des Gartens liegt diese zwischen 150 und 250 Euro pro Jahr) eine Ablöse vom Vorpächter verlangt.

Am Stuttgarter Stadtrand gelegen sind zwei weitere Anbieter (www.meine-ernte.de), der Bauer Klaus in Stuttgart Möhringen (www.bauerklaus.de) und Familie Sperling in Stuttgart Mühlhausen (www.hof-sperling.de). Beide bieten Familien Gemüsegärten zur Pacht an, 90 Quadratmeter kosten 369 Euro.

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, über verschiedene Internetseiten sein Interesse zu bekunden und fündig zu werden, z.B. bei www.quoka.de, www.ebay-kleinanzeigen.de.

Seit einigen Jahren gibt es darüber hinaus in Stuttgart sogenannte Urban-Gardening- Projekte, die sich neben der Homepage oftmals auch auf einer eigenen Facebook-Seite präsentieren. Wobei gesagt werden muss, dass das urbane Gärtnern in Stuttgart Tradition hat: Das Bohnenviertel, nur wenige Gehminuten vom Stuttgarter Rathaus entfernt, ist das älteste unter den Vorzeigebeispielen. In diesem Stuttgarter Wohnviertel, damals noch außerhalb der Stadtmauern gelegen, siedelten sich im 15. Jahrhundert Handwerker und Weinbauern an und pflanzten dort zur eigenen Versorgung Kletterbohnen zwischen die Häuser und gaben so dem Quartier den Namen.

Nur wenige Meter vom Bohnenviertel entfernt liegt das Züblin-Parkhaus. Auf dem obersten Parkdeck grünt es seit 2013. Die bepflanzten Holzkisten werden von unterschiedlichen Stadtbewohnern gehegt und gepflegt, eine bunte Mischung aus Jung und Alt und multikulturell. Die Landeshauptstadt hat für die städtischen Gartenprojekte eigens einen Landschaftsgärtner zur Koordination und Beratung eingestellt. Das Bewirtschaften von Gärten in Holzkisten auf Flachdächern und Brachflächen wird in Stuttgart mit einem jährlichen Zuschuss von maximal 1000 Euro gefördert (www.stuttgart.de/urbangardening).

Ganz in der Nähe der U-Bahnhaltestelle Alte Weinsteige liegt das Gelände des gemeinnützigen Vereins El Palito auf dem Haigst 45 in Stuttgart-Degerloch, dessen 3500 Quadratmeter am Hang liegen. Ca. 150 Quadratmeter werden dort für den Anbau von Erdbeeren, Sonnenblumen, Obstbäumen und Kräutern genutzt. Alle Interessierten können hier mitarbeiten.

Seit 2012 gibt es im Stuttgarter Norden das Gemeinschaftsgartenprojekt „Stadtacker Wagenhallen“ (www.stadtacker.de). Ursprünglich sollten die Teilnehmer eines Architekturfestivals mit Salaten, Kräutern und schnell wachsendem Gemüse versorgt werden. Heute bewirtschaften, Studenten, junge Familien, Einwanderer und Arbeiter die ca. 2000 Quadratmeter. Es gibt einzelne Parzellen für kleine Gruppen und eine Gemeinschaftsfläche auf dem Stadtacker.

Auf dem Zollamt-Areal in Bad Cannstatt (U-Bahnhaltestelle Cannstatter Wasen) wird das Projekt „Inselgrün“ von der Kulturinsel Stuttgart verwirklicht. Hier werden alle Hobbygärtner über die Facebook-Seite www.facebook.com/Inselgruen informiert, wann die Fläche zum Begrünen und Mitgestalten geöffnet ist.

Der Nachbarschaftsgarten Stöckach e.V. (www.facebook.com/NachbarschaftsGarten-Stöckach) kümmert sich seit 2011 um ein Grundstück oberhalb des Stöckachplatzes an der Landhausstraße. Auf 200 Quadratmetern haben sich hier 12 Familien gemeinsam eine kleine grüne Oase geschaffen.

Und zum guten Schluss noch ein weiteres Gemüsebeet oder Gartenbeet-Angebot in Stuttgart Mühlhausen (100 qm kosten 260 Euro im Jahr), entdeckt auf der Homepage www.deinbeet.de

„Entdecke die Gemüslichkeit!
Du möchtest gerne Dein eigenes Gemüse anbauen, hast aber keinen eigenen Garten? Du möchtest gerne ein bisschen gegen den grauen Alltag „angärteln“ – säen, pflanzen, graben, hacken und schnipseln – und Dir frische Luft um die Nase wehen lassen, hast aber zu wenig Zeit um Dich ständig um einen eigenen Garten zu kümmern ? Du möchtest gerne wissen, woher das Gemüse kommt, das Du isst und unter welchen Bedingungen es gewachsen ist, findest das heutzutage aber immer schwieriger? Du hast gerade jetzt Lust darauf Gemüse anzupflanzen, möchtest Dich aber nicht auf längere Zeit an einen Schrebergarten binden?
Dann bist Du hier genau richtig!

DeinBeet anmelden > vorbereitetes und bepflanztes Beet übernehmen > keine Ausrüstung mitbringen müssen > Pflanzen hegen und pflegen > sich im Schwimmbad freuen, dass wir bewässern > neue Pflanzen säen und pflanzen > neue Sorten kennen lernen > viele Erfahrungen sammeln, Tipps bekommen > den Alltagsstress hinter sich lassen > ständig knackfrisches Gemüse ernten > fertig

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Zuletzt geändert am: 4. Juni 2016