Familien in Stuttgart

Ostern und Osternbräuche

von: am: 9. April 2014

Schon bald sind Osterferien und Ostern steht an. Doch warum feiern wir eigentlich Ostern und welche Bräuche gibt es in Deutschland und anderen Ländern Europas? Auf diese Fragen soll folgender Beitrag eine Antwort geben.

Ostern ist ein christliches Fest, das für die Christen einen sehr hohen Stellenwert hat und sich auf mehrere Tage verteilt: Am Gründonnerstag fand das letzte Abendmahl Jesus mit seinen zwölf Jüngern statt. Dieses wird in einigen Pfarreien nach dem Gottesdienst mit einem gemeinsamen Passahmahl begangen. Am Karfreitag wurde Jesus ans Kreuz geschlagen und starb. Tipp: In Stuttgart findet an diesem Feiertag alljährlich die große Karfreitagsprozession der Italienischen Katholischen Gemeinde Stuttgart statt. Beginn der Prozession ist immer um 15:30 Uhr am Unteren Kurpark (Wildbader Straße) in Bad Cannstatt. Der Karsamstag ist der Ruhe zugedacht und es schweigen die Kirchenglocken, weshalb in vielen süddeutschen Gemeinden Ministranten mit Ratschen unterwegs sind, um zu den Gottesdiensten und zum Angelusgebet zu rufen, ehe am Ostersonntag in einem feierlichen Gottesdienst die Auferstehung Jesu Christi vom Tode gefeiert wird.
Ostern fällt immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond, im Gregorianischen Kalender also frühestens auf den 22. März und spätestens auf den 25. April.

Der Brauch zu Ostern Eier zu verschenken und zu bemalen geht auf verschiedene Ursprünge zurück. Einer davon ist, dass das Ei als Sinnbild des Lebens und der Auferstehung galt. Es hält etwas verborgen, ist wie ein verschlossenes Grab, in welches ein Leben geschlossen ist. Damit wird die Beziehung zur Auferstehung Christi deutlich und die Verbindung zwischen dem Ei und Ostern für die Christen erklärbar. Später färbte man die Ostereier rot, was an das vergossene Blut Jesu und somit an seinen Opfertod am Kreuz erinnern sollte. In der Folge wurden die Eier dann auch in anderen Farben angemalt. Tipp: In Sonnenbühl-Erpfingen auf der Schwäbischen Alb gibt es ein kleines Ostereiermuseum mit unendlich vielen Varianten von Ostereiern!
Das Anmalen von Eiern haben in Deutschland die Sorben perfektioniert, eine slawische Minderheit im Osten Deutschlands an der Grenze zu Polen und Tschechien. Teilweise werden auf das Ei mit flüssigem Wachs Ornamente aufgetragen oder die Eier sogar bestickt.
Ein weiterer Brauch in dieser Region ist das Osterreiten. Dabei reiten die Männer einer Gemeinde im Frack auf festlich geschmückten Pferden von Dorf zu Dorf, um die Osterbotschaft zu verkünden. Diese Prozessionszüge können bis zu 200 Reiter umfassen, die Straßen sind gesäumt von tausenden Schaulustigen.
Hauptsächlich im Süden und Südosten Deutschlands kann man Osterbrunnen finden. Hierfür werden die Ortsbrunnen mit bemalten Eiern und Blumen geschmückt. Die Brunnen sind rund um die Osterzeit beliebte Ausflugsziele. Tipp: In Schechingen im Ostalbkreis befindet sich ein Osterbrunnen, der mit über 11.000 Eiern geschmückt ist.
Vor allem im Norden Deutschlands aber auch in den Alpen gibt es das Osterrad. Hierbei wird ein mit Reisig und Stroh ausgestopftes Eichenrad entzündet und einen Abhang bzw. Berg hinunter gerollt. Kommt es am Fuße des Abhanges gut an, ist dies ein Zeichen für eine gute Ernte.
Osterfeuer wiederum werden vor den Feiern zur Osternacht in ganz Deutschland entfacht. Hat sich die Gemeinde versammelt, entzündet der Priester die Osterkerze, die dabei Christus als Licht der Welt versinnbildlicht, und bringt sie in die Kirche.

Welche Osterbräuche gibt es aber nun in anderen Ländern?
In den deutschsprachigen Ländern und den Niederlanden suchen die Kinder bunt bemalte versteckte Hühnereier und Süßigkeiten, die vom Osterhasen versteckt wurden. Es gibt auch den Brauch, Zweige in Vasen oder auf Bäumen im Garten mit bunt bemalten Ostereiern zu schmücken. Bräuche zum Osterei sind das Eiertitschen, bei dem jeder ein Ei erhält und es mit jenem von den anderen Teilnehmer zusammenstößt und derjenige, dessen Ei bis zum Schluss ganz bleibt, gewinnt.
In Bulgarien, Griechenland, Russland und Serbien werden hartgekochte Eier rot bemalt als Symbol für das neue Leben, das durch das Opfer Christi erworben wurde.
In England lässt man die bunten Eier an abschüssigen Straßen etc. hinunterrollen, bis die Schale ganz kaputt ist.
In Finnland schlagen Freunde und Bekannte einander leicht mit einer Birkenrute, um an die Palmzweige, mit denen Jesus in Jerusalem empfangen wurde, zu erinnern. Am Ostersonntag ziehen Kinder mit Trommeln und Tröten durch die Straßen zur Beendigung der Trauerzeit.
In Frankreich findet die Suche nach den versteckten Süßigkeiten erst am http://de.wikipedia.org/wiki/Ostermontag statt.
In Griechenland wird nach der Auferstehungsliturgie die Majiritsa, eine Suppe aus den Innereien des Lamms gegessen, das dann im Laufe des Ostersonntags am Spieß gegrillt wird und am Abend werden in vielen griechischen Gemeinden Feuerwerke und Knallkörper gezündet. Während der Ostertage begrüßt man sich – wie auch in allen anderen orthodoxen Ländern – mit dem Ostergruß: Χριστὸς ἀνέστη! (‚Christus ist auferstanden!‘) Der so Gegrüßte antwortet: Ἀληθῶς ἀνέστη! (‚Er ist wahrhaftig auferstanden!‘).
In Italien gibt es die „Torta di Pasquetta“, eine Art Gugelhupf mit gekochten Eiern, Spinat und der sogenannten „Ostertaube“. Die Auferstehung wird traditionell am zweiten Feiertag mit der Familie und Freunden mit Picknick gefeiert.
In Kroatien wird eine Art Kasseler Rippenspeer in der Kirche gesegnet und anschließend mit Meerrettich und hart gekochten Eiern als Osteressen serviert.
Am Karsamstag werden in Polen und Russland Speisen für das Frühstück am Ostersonntag gesegnet. und am Ostermontag besprengt man sich gegenseitig mit Wasser.
In Schweden laufen am Gründonnerstag die Kinder mit langen Röcken und Kopftüchern als „Osterweiber“ verkleidet durch die Straßen und betteln an den Türen um Süßigkeiten. Als „Bezahlung“ überreichen sie selbstgemalte Osterbilder.
In Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Rumänien wird am Ostermontag ein Brauch ausgeübt, bei dem die Männer Frauen mit Wasser, in Ungarn mit Parfüm, besprengen und mit einer Art handgemachten Rute, die mit bunten Bändern geschmückt ist, symbolisch schlagen. Der Überlieferung nach soll dies die Gesundheit und Schönheit der betroffenen Frauen im kommenden Jahr erhalten. Im Gegenzug schenkt die Frau dem Mann ein bunt bemaltes Ei. In manchen Gegenden kann sich die Frau dann am Nachmittag oder am darauf folgenden Tag revanchieren, indem sie Männer mit einem Eimer kalten Wassers übergießt.
Wer noch einen weiteren Brauch kennt, kann gerne einen Kommentar hinterlassen und anderen davon berichten.
Frohe Ostern!
Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ostern
http://www.german-easter-holiday.com
http://www.entdecke-deutschland.diplo.de/Vertretung/entdeckedeutschland/de/07-Traditionen/Ostern/Osterbraeuche.html
http://www.osterseite.de/osterbrauch.html

[heidischmittnerz]

(Besucht: 403 Male davon 1 heute)
Zuletzt geändert am: 15. April 2015