Familien in Stuttgart

Osterbräuche

von: am: 23. März 2016

Die Wettervorhersagen für das kommende Osterfest-Wochenende werden von Tag zu Tag besser und das Suchen nach versteckten, bunten Eiern und Süßigkeiten, die der Osterhase versteckt haben soll, wird am Sonntag drinnen wie draußen Spaß machen. Doch nicht überall kommt der Osterhase am Sonntag zum Einsatz.

Kunstgeschichtlich gesehen ist das Ei ein Symbol der Auferstehung und steht in vielen Religionen für die Wiedergeburt und neues Leben. Im alten Rom und auch in Griechenland wurden früher für die Frühlingsfeiern Eier verziert und weitergeschenkt, in Tempeln wurden die Eier als Verzierung aufgehängt. Warum bei uns neben dem Ei der Hase an Ostern eine wichtige Rolle spielt, kann damit erklärt werden, dass der Hase für Fruchtbarkeit und Neuanfang steht.

Europa wächst immer mehr zusammen, darum erlaube ich mir einen (zugebenermaßen nur kurzen) Blick auf andere Bräuche rund um das Osterfest.
In Frankreich sind in vielen Regionen die Kirchenglocken für die versteckten Naschereien verantwortlich. Es wird erzählt, dass die Kirchenglocken am Karfreitag nach Rom geflogen sind, um den österlichen Segen und Ostereier zu empfangen. Am Ostersonntag verlieren die Kirchenglocken auf dem Rückflug von Rom die Ostereier über französischen Dörfern und Städten, die Kinder dürfen dann die Eier in Gärten oder Parks einsammeln.
Ein anderes Brauchtum wird bei unseren Nachbarn in England gepflegt. Hier sammeln die Kinder nicht nur Eier und Hasen ein, sondern auch Weidenkätzchenzweige. Mit diesen Zweigen streichelt/tätschelt man sich gegenseitig, was Glück bringen soll.
Auf den Hügeln der schottischen Highlands wird an Ostern das Osterfeuer entzündet und erinnert an den keltischen Brauch, den Frühling zu begrüßen.

In Finnland verkleiden sich die Kinder eine Woche vor Ostern als Osterhexen und ziehen von Haus zu Haus und bitten um Süßigkeiten. Die kleinen Osterhexen verteilen dabei Weidensträußchen und tragen kleine Gedichte vor.
In Schweden bringt nicht der Osterhase sondern das Osterküken die Ostereier. Dort ist die typische Osterfarbe gelb.

Das griechisch – orthodoxe Osterfest feiert man in Griechenland meistens eine Woche nach unserem Osterfest. Bei der Samstagabendmesse löschen um Mitternacht die Gläubigen alle mitgebrachten weißen Kerzen. Nur noch eine brennende Kerze bleibt, die für die Auferstehung Christi steht. Das brennende Licht, symbolisch gesehen das Leben, wird während der Feier von dieser Kerze wieder an die anderen weitergegeben.
In Russland gehen viele Familien an Ostern auf den Friedhof und machen bei den Gräbern ihrer Angehörigen ein Picknick. Dabei wird ein spezielles Osterbrot, Kulitsch, gegessen.

Ganz egal welches Brauchtum Sie mit Ihrer Familie am Wochenende pflegen werden, wir wünschen Ihnen frohe Festtage! Und wenn Sie jetzt noch für die Ostertage Ostereier zur Dekoration färben/basteln wollen noch ein Tipp:

Sie brauchen ausgepustete, heiß gespülte weiße Eier, Korken und Stecknadeln mit Köpfen zum Verzieren der Eier mit Wachs, Teelichter, verschiedene Eierkaltfarben zum Eierfärben in großen Plastikbechern (z.B. leere Joghurtbecher), Schaschlikspieße in einer Vase zum Trocknen der Eier, Streichhölzer und Bindfaden zum späteren Aufhängen der Eier an Zweigen, Zweige, eine Plastiktischdecke oder Zeitungspapier als Schutz für den Tisch. Dann kann es losgehen! Sie stecken eine Stecknadel in einen Korken, halten den Korken und tauchen den Stecknadelkopf in das flüssige Wachs des angezündeten Teelichts. Am einfachsten ist es wenn jede/r sein eigenes Teelicht hat. Das Wachs übertragen Sie nun rasch auf das Ei, dabei können Sie Punkte Striche usw. aufzeichnen. Wenn Sie Ihre Struktur mit dem Wachs aufgezeichnet haben, können Sie, sobald das Wachs getrocknet ist, das Ei in einen vorbereiteten Becher mit Kaltfarbe legen. Sie können, nachdem das Ei gefärbt und trocken ist, weiter Muster mit der Stecknadel anbringen und das Ei in ein anderes Farbbad legen. Die Eier trockenen lassen (hierbei nehmen wir die Schaschlikspieße und setzten das Ei darauf). Danach können die an Zweigen aufgehängt werden. Dazu wird ein Teil des Streichholzes mit einem langen Bindfaden verknotet. Das Streichholz wird durch das Loch am Ei gesteckt, dabei wird de Bindfaden festgehalten. Nun schütteln sie kurz den Bindfaden, damit sich das Streichholzteil in dem Ei quer legt- und schon können sie das Ei am Zweig aufhängen.

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Zuletzt geändert am: 23. März 2016