Familien in Stuttgart

Laternenumzüge an St. Martin

von: am: 6. November 2015

Nächste Woche ist es wieder soweit: Am 11. November ist Sankt Martin. In vielen Stuttgarter Stadtteilen finden Laternenumzüge und Martinsritte statt. Aber wer ist eigentlich St. Martin und warum laufen wir mit Laternen durch den Stadtteil?

Das Fest des heiligen Martin wird von den Katholiken gefeiert. Es geht zurück auf den Bischof Martin von Tours. Dieser war zunächst Soldat und nicht getauft. Eines Tages an einem kalten Wintertag begegnete er auf seinem Pferd reitend am Stadttor von Amiens einem armen, unbekleideten Mann. Viele Menschen gingen an dem armen Mann vorbei, ohne ihm zu helfen. Martin hatte außer seinen Waffen und seinem (Militär-)Mantel nichts bei sich. Als er den Mann sah, hatte er Mitleid mit ihm und teilte mit seinem Schwert seinen Mantel. Er gab die eine Hälfte dem Armen, mit der anderen Hälfte bekleidete er sich selbst. In der darauffolgenden Nacht hatte Martin einen Traum: In diesem erschien ihm Jesus Christus, der mit Martins halbem Mantel, dem er dem Bettler gegeben hatte, bekleidet war und umgeben von einer himmlischen Schar Engeln. Und Jesus sprach zu Martin: „Ich war der Bettler, dem du deine Barmherzigkeit geschenkt hast.“ Und den Engeln rief Jesus zu: „Martin, der noch nicht getauft ist, hat mich mit diesem Mantel gerettet!“ Als Martin am nächsten Morgen erwachte, wusste er, dass er sein Leben ändern wollte. Er verließ die Armee und trat als Mönch in den Dienst Gottes. Aber erst einige Jahre später ließ er sich taufen und wurde 371 Bischof von Tours. Martin war fast 30 Jahre lang Bischof, der von vielen Menschen sehr geschätzt und geachtet wurde. Es gibt viele Legenden über Wunder und Heilungen, die er vollbracht haben soll. Er starb im Jahr 397 im damals sehr hohen Alter von 80 Jahren und wurde am 11. November beigesetzt. Später wurde der Bischof Martin von Tours vom Papst heiliggesprochen und ist seit dem der Schutzpatron vieler Handwerksberufe, sowie der Bettler, der Soldaten und der Haustiere.

Aber warum läuft man nun am Sankt-Martins-Tag mit einer Laterne umher? Dafür gibt es zwei mögliche Gründe: Eine Erklärung lautet, dass die Menschen früher sehr oft Lichterprozessionen am Grab des Heiligen St. Martin durchgeführt haben – daraus könnten sich die Laternenumzüge entwickelt haben.
Der andere Grund fürs Laternelaufen könnte im Jahresablauf der Bauern liegen: Um Martini, also um den 11. November herum, wurde das Licht sowie das Feuer für die Menschen aufgrund der früher eintretenden Dunkelheit wieder wichtiger und man hat zum ersten Mal den Ofen eingeheizt. Zudem haben die Bauern Anfang November die Arbeit auf den Feldern beendet. Zum Dank für die Ernte entzündete man auf den abgeernteten Feldern Feuer. Die Kinder haben an dem Feuer Fackeln aus Stroh und Papier entzündet, oder sogenannte „Trullichter“, das waren ausgehöhlte Rüben und Kürbisse. Mit diesen Lichtern sind sie dann durch die Orte gezogen, um Obst und Gebäck zu erbetteln. Auch daraus könnten sich unsere heutigen Laternenumzüge entwickelt haben. (Quelle: http://www.br-online.de/kinder/fragen-verstehen/wissen/2005/01165/)

Laternenumzüge veranstalten inzwischen nahezu alle Kindertagesstätten. Explizite Martinsumzüge werden meist von katholischen Kirchengemeinden initiiert, bei denen St. Martin hoch zu Ross den Umzug anführt. Zuvor oder im Anschluss wird bei vielen Kirchengemeinden die Martins-Geschichte dargestellt und man isst und trinkt zusammen noch etwas.

Hier einige Martinsumzüge, bei denen gerne mitgelaufen werden kann:

Samstag, 07. November:
Stgt- Mitte (Kirchengemeinde St. Eberhard): Beginn um 17 Uhr am Schillerplatz

Stgt-Bad Cannstatt (Kirchengemeinden St. Rupert / St. Martin):
Beginn um 17:30 Uhr an der Kath. Kirche St. Rupert (Koblenzerstr. 19, Ende auf dem Kirchhof von St. Martin

Mittwoch, 11. November:
Stgt-West (Kirchengemeinde St. Elisabeth): Beginn um 17 Uhr auf dem Bismarckplatz

Stgt-Zuffenhausen (Kirchengemeinde St. Antonius): Beginn um 17 Uhr im Hof der Rosenschule, Ende auf dem Kirchhof von St. Antonius

Stgt-Hedelfingen (Kirchengemeinde St. Markus): Beginn um 17 Uhr an der Kirche St. Markus (Otto-Hirsch-Brücken 18)

Stgt-Ost (KiFaZ im Paulusstift): Beginn um 17 Uhr in der Berger Kirche, Ende vor dem Paulusstift

Stgt-Bad Cannstatt (Kirchengemeinde Liebfrauen): Beginn um 17:15 Uhr an der Liebfrauenkirche (Wildunger Str. 55)

Stgt-Ost (Kirchengemeinde Herz Jesu): Beginn um 18 Uhr im Gebiet Klingenbach (Schurwaldstr. 1)

Stgt-Obertürkheim (Kirchengemeinde St. Franziskus): Beginn um 18 Uhr in der Kirche St. Franziskus

Stgt-Hofen (Kirchengemeinde St. Barbara): Beginn um 18 Uhr in der St. Barbarakirche (Wolfgangstr. 6), Ende am Hofener Kelterplatz

Stgt-Mitte/Süd (Heusteigviertel e.V.): Beginn um 18 Uhr an der Römerschule, Ende am Mozartplatz

Stgt-Feuerbach (Bürgerverein Feuerbach e.V.): Beginn um 18:30 Uhr in der Elsenhansstraße hinter der kath. Kirche, Ende im Hof der ev. Stadtkirche an der Walterstraße

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Zuletzt geändert am: 6. November 2015