Familien in Stuttgart

Filou die KiTa-Hündin

von: am: 11. Juni 2014

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Nicht mal sechs Monate alt und schon im Kindergarten – ist das überhaupt möglich? Ja, aber nur als Hund. Seit Juni 2013 kommt die Mischungshündin zwei Mal wöchentlich von 8 bis 16.30 Uhr in die Kindertagesstätte.

Das MitarbeiterInnen-Team und natürlich die Kinder waren begeistert von der Idee des „Kita-Hundes“; den Eltern war die „tiergestützte Pädagogik“, die mit Filou in die KiTa Wilde Hilde kam, sympathisch. Dass die Hündin tierärztlich überwacht wird und die Hygieneregeln im Umgang mit Tieren eingehalten werden, versteht sich von selbst. Und natürlich ist Filou nie unbeaufsichtigt mit kleinen Kindern zusammen.

Kurz vor und nach dem Mittagessen kommt Filou (gemeinsam mit Karin Lakotta) und holt ein oder zwei Kinder zum Spazierengehen ab. Dann geht es entweder die Staffeln nach oben fast bis zu Dobelstraße oder ins Bohnenviertel, und natürlich wird dann ein kleiner Abstecher bei einem der ortsansässigen Hundeläden gemacht.
Den Rest der Woche lebt Filou in Asperg bei der Einrichtungsleitung Karin Lakotta. Einmal die Woche besucht Filou zusammen mit Karin Lakotta eine Hundeschule, hat nun den Basiskurs schon hinter sich und strebt die Begleithundeprüfung an.

Doch im KiFaZ-Alltag ist Filou nur Hund. Nun schon elf Monate alt, mitten in der Pubertät, manchmal ein bisschen frech und stets auf der Suche nach Bäckertüten und anderen Kuscheltieren. Beständig nach Streicheleinheiten aus, aber natürlich kein Kuschelspielzeug. Alle achten darauf, dass Filou nicht so sehr vereinnahmt wird. So hat die Hündin im Büro einen Rückzugsort, wo sie ungestört ist, wenn sie die Schnauze voll hat vom lebendigen Kita-Alltag.

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Schon gleich zu Beginn wurde den Kindern vermittelt, dass man nicht vor ihr wegrennt, sie nicht bestürmt oder bedrängt, auch nicht zu laut schreit, denn Filou hat ein gutes Gehör. Alle Kinder haben mit der Zeit erfahren, dass Filou ein Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen ist.

Natürlich wird Filou auch hingebungsvoll gestreichelt und manchmal bedankt sich und schleckt die Hand der Streichlerin. Danach, wie nach jedem Streicheln geht es natürlich schnell zu Händewaschen.

Nur wenige der über 160 Kinder in der Wilden Hilde haben einen Familienhund daheim. Mit Filou lernen sie auf natürliche Weise, dass Hundehaltung auch bedeutet, zuweilen die eigenen Interessen zurück zu stellen.

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Sie haben auch schon gelernt, dass Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Tiere nicht einfach liegen lassen dürfen. „Das muss man immer wegmachen in eine Tüte geben und in den nächsten Mülleimer werfen“.

Gemeinsam sind sie überzeugt von der Idee der „tiergestützten Pädagogik“. Mit Filous Unterstützung werden „Selbstbewusstsein“ der Kinder gefördert und ihr „Respekt vor Lebewesen“ erlebbar. Auch auf die Motorik und Wahrnehmung der Kleinen wirke sich die Anwesenheit des Hundes positiv aus.

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Zuletzt geändert am: 11. Juni 2014