Familien in Stuttgart

Der Stern von Betlehem erzählt

von: am: 23. Dezember 2014

Lange, lange stehe ich schon am Himmel. Allerdings nicht vorne, wie die Sterne, die die Menschen mit bewundern, sondern ganz hinten in der letzten Reihe. Mich hat keiner beachtet. Darüber war ich sehr traurig. Eines Tages kam Gott und flüsterte mir ins Ohr: „Warte noch, kleiner Stern. Du bist mein wichtigster Stern. Deine Zeit ist noch nicht gekommen. Ich habe eine große Aufgabe für dich.“

Eine große Aufgabe, und das hier hinten in der letzten Reihe? Ob ich auf die Erde fallen sollte wie mache meiner Mitsterne? Ob ich Teil eines großen schönen Sternbildes werden sollte, dem die Menschen einen schönen Namen gaben? Oder ob ich gar eine wunderbare Sternschnuppe würde, die helfen wollte, dass die Wünsche der Kinder in Erfüllung gingen…Ich hatte keine Ahnung. Aber ich war sehr gespannt und konnte es kaum mehr erwarten.
Die Zeit verging und nichts geschah. Nur einmal holte mich Gott nach vorne und zeigte mich den Menschen:„Schaut – ein Stern wird aufgehen über Jakob.“ Und Gott gab mir einen Namen: „Du heißt jetzt Stern von Betlehem“. Rätselhafte Worte! Ich hatte Betlehem noch nie gesehen. Das musste ja eine kleine Stadt sein. Und wieder musste ich vor mich hin leuchten und warten.

Eines Tages war es soweit. Gott rief mich zu sich und gab mir meine Aufgabe: „Deine Zeit ist gekommen. Du wirst allen Menschen auf der Erde ankündigen, dass mein Sohn geboren wird. Du wirst ihnen den Weg zu meinem Kind zeigen.“ Ich sollte Gottes Sohn ankündigen? Ich sollte am Himmel leuchten, dass die Menschen auf der Erde von dieser frohen Nachricht erfuhren? Was für eine schöne Aufgabe! Froh und glücklich machte ich mich an die Arbeit.
Ich gab mein Bestes. Ich strahlte und ging über dem Sternenhimmel auf. Von Osten nach Westen zog ich meinen Weg. Ich leuchtete mit ganzer Kraft: Schaut doch, ich zeige euch den Weg zum Gotteskind. Kommt, folgt mir nach.
Lange musste ich Strahlen, bis ich überhaupt gesehen wurde. Die ersten waren die Sterndeuter im Osten, die mich mit ihren Ferngläsern beobachteten und dann ihre Sachen packten und meiner Spur folgten. Und dann waren es noch die armen Hirten,, die mich voll Freud und Erstaunen sahen und loszogen, weil sie sich an den Messias erinnerten, den Gott ihnen versprochen hatte.

Ich freute mich schon, dass ich sie zum Gotteskind führen würde. Es konnte nicht mehr weit sein. Da hinten war schon Betlehem. Jetzt musste ich nur noch das richtige Haus finden. Ob es das schönste war? Oder das größte? Oder das am hellsten beleuchtete? Nein – es war das ärmste und kleinste, das hinten am Ortsrand ganz im Dunkeln lag. Ich stellte mich direkt über den Stall und leuchtete mit ganzer Kraft hinein.

Taghell wurde es in dem dunklen Stall und da sah ich es in der Krippe liegen: Gottes Kind, Gottes Sohn. Ich wusste nicht, ob ich es anstrahlte oder das Kind mich anstrahlte, so wunderbar hell und voller Licht war es im Stall.
„Danke lieber Stern“, sagte es. „Danke, dass du die Menschen zu mir geführt hast. Deine Aufgabe ist noch nicht zu Ende. Behalte dein schönes Strahlen und leuchte weiter in die Herzen der Menschen, dass es dort warm und hell wird und sie sich auf den Weg machen zu mir, bis Liebe und Licht ihre Herzen ganz erfüllt.“
Und so mache ich es bis heute. In der Weihnachtszeit strahle ich ganz besonders, um die Herzen der Menschen zu erreichen, dass es lichter und heller auf dieser Erde wird und Gottes Sohn seine Liebe in die Herzen legen kann.

Susanne Herzog

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Zuletzt geändert am: 23. Dezember 2014