Familien in Stuttgart

Zu Neujahr

Will das Glück nach seinem Sinn
dir was Gutes schenken,
sage dank und nimm es hin
ohne viel Bedenken.
Jede Gabe sei begrüsst,
doch vor allen Dingen
Das, worum du dich bemühst
möge dir gelingen.
(Wilhelm Busch)

Nach hoffentlich schönen und abwechslungsreichen Weihnachtstagen steht nun das Neue Jahr in den Startlöchern. Mit dem Gedicht von Wilhelm Busch wünschen wir allen Familien und Lesern unseres Familienblogs ein friedvolles und glückliches Jahr 2015!

Was sich für Familien im neuen Jahr von der Gesetzgebung her ändert, haben wir für Sie zusammengestellt:

Neue Regelsätze für Arbeitslosengeld-II-Empfänger
Alleinstehende und Alleinerziehende erhalten ab 2015 im Monat 399 Euro (acht Euro mehr), Paare und Bedarfsgemeinschaften 360 Euro (sieben Euro mehr). Ebenso erhöhen sich die Beträge für Kinder und Jugendliche: bis sechs Jahre 235 Euro (plus fünf Euro), im Alter von sechs bis unter vierzehn Jahre 267 Euro (plus sechs Euro), und zwischen vierzehn und achtzehn Jahre 302 Euro (sechs Euro mehr). Bezahlt wird auch jeweils Miete und Heizung. Eine Anhebung des Kinderzuschlags ist noch nicht beschlossen.

Mindestlohn
Alle Arbeitnehmer, auch Minijobber und Beschäftigte in Privathaushalten haben Anspruch auf 8,50 Euro Lohn pro Stunde. Ausgenommen von der Regelung sind minderjährige Jugendliche, Auszubildende, Langzeitarbeitslose, ehrenamtlich Tätige und Praktikanten, wenn sie ein Pflichtpraktikum machen oder maximal drei Monate arbeiten. Für einzelne Branchen wurde vereinbart, dass bis Ende 2016 ein niedrigerer Mindestlohn gilt. Saisonarbeiter, Ferienjobber oder Erntehelfer dürfen bis zu drei Monate im Jahr (70 Tage) arbeiten. Schüler, Studenten oder Gastarbeiter dürfen beliebig viel Geld verdienen, für sie fallen keine Sozialbeiträge an.

Rentenversicherung
Das Alter für den regulären Rentenbeginn steigt auf 65 Jahre und vier Monate. Wer mindestens 45 Beitragsjahre hat, kann auch 2015 mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Wer 2015 erstmals Rente bezieht, muss auf 70 Prozent der Rente Steuern entrichten. Der Beitragssatz in der allgemeinen Rentenversicherung sinkt von 18,9 auf 18,7 Prozent. Arbeitnehmer/-innen können einen etwas größeren Teil ihrer Rentenbeiträge bei der Steuererklärung absetzen.

Krankenversicherung
Die gesetzlichen Krankenkassen können den Beitragssatz selbst festlegen, es gilt allerdings der Mindestbeitrag von 14,6 Prozent vom Gehalt (Arbeitgeber oder die Rentenversicherung tragen die Hälfte des Betrags). Die Kassen können zusätzlich zu den 14,6 Prozent einen Zusatzbeitrag erheben. Im Durchschnitt sind dies 0,9 Prozent, so dass der Gesamtbeitrag häufig wie im Jahr 2014 bei 15,5 Prozent liegt. Einige Kassen verlangen weniger. Der Wechsel zu einer günstigeren Kasse ist innerhalb einer bestimmten Frist möglich.

Pflegeversicherung
Pflegebedürftige erhalten bessere Leistungen (zumeist vier Prozent mehr), auch für den Einsatz eines ambulanten Pflegedienstes. Die Kurzzeitpflege im Heim und der kurzfristige Einsatz einer Pflegekraft wird ausgebaut, um Familien zu entlasten.
Arbeitnehmer, die die Pflege eines Angehörigen organisieren müssen, haben Anspruch auf bis zu zehn freie Tage und erhalten von der Pflegeversicherung etwa 90 Prozent ihres Nettolohns zum Ausgleich. Ein zinsloses Darlehen steht demjenigen zur Verfügung, der sechs Monate und länger aus dem Beruf ganz oder teilweise aussteigt. Der Rechtsanspruch auf die 24 Monate Familienpflegezeit (pflegende Beschäftigte können ihre Arbeitszeit auf eine Mindestarbeitszeit von 15 Wochenstunden kürzen) gilt nur bei einem Arbeitgeber mit mindestens 26 Beschäftigten.

Sozialbeiträge
Der Beitrag zur Rentenversicherung sinkt um 0,2 Prozent, doch der Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung steigt um 0,3 Prozentpunkte. Davon fließen 0,1 Prozent in einen Vorsorgefonds, um den Beitragssatz von 2035 an zu stabilisieren.

ElterngeldPlus
Für Eltern von Kindern, die ab dem 1. Juli 2015 geboren werden: Wenn nach der Geburt in Teilzeit weitergearbeitet wird, hat man doppelt so lange Anspruch auf Elterngeld (aber nur den halben Betrag). Die Förderung verlängert sich von 14 auf maximal 28 Monate, vorausgesetzt auch der Vater nutzt diese Möglichkeit. Wenn Vater und Mutter sich die Betreuung des Kindes teilen und parallel vier Monate 25 bis 30 Stunden pro Woche arbeiten, erhält man das Elterngeld plus für vier weitere Monate. Die nicht in Anspruch genommene Elternzeit von bis zu 24 Monaten kann zwischen dem dritten und achten Lebensjahr des Kindes, auch ohne Zustimmung des Arbeitgebers, genommen werden. Die Elternzeit kann auch auf drei Abschnitte (bisher zwei) verteilt werden.

Elterngeld bei Zwillingen/ Mehrlingskindern
Für Geburten ab 2015 gilt, dass die Eltern nur noch einen einzigen geburtsbezogenen Anspruch auf Elterngeld haben. Der Mehrlingszuschlag gilt weiterhin, das heißt das Elterngeld erhöht sich für jedes Mehrlingsgeschwisterkind um je 300 Euro.

Betreuungsgeld weiterhin 150 Euro
Eltern, die keine Förderung ihres ein- oder zweijährigen Kindes in einer Kindertagesstätte oder Kindertagespflege in Anspruch nehmen, erhalten nach Antragstellung wie seit 1.August 2014 im Monat 150 Euro.

Unterhaltspflichtige: Höherer Selbstbehalt
Es gilt die neue Düsseldorfer Tabelle für Unterhalt, wobei der Kindesunterhalt unverändert ist. Neu ist die Erhöhung des Selbstbehalts für Erwerbstätige (von 1000 auf 1080 Euro im Monat) und Nichterwerbstätige (von 800 auf 880 Euro im Monat). Bei Unterhaltspflichtigen für die eigenen Eltern steigt der Selbstbehalt von 1600 auf 1800 Euro im Monat.

Quelle: Infoservice des Referats Kinder, Jugend, Familie, Generationen
(Herausgeber: Referat Kinder, Jugend, Familie, Generationen
Deutscher Caritasverband e.V.
Karlstraße 40, 79104 Freiburg)

Michaela Haassengier arbeitet als Sozialpädagogin im Kinder- und Familienzentrum Wilde Hilde. Sie ist Mutter von 2 Kindern.
(Besucht: 65 Male davon 1 heute)
Zuletzt geändert am: 12. Januar 2015